Mittwoch, 21. Januar 2009

Eduard T. (oder etwas zeitgeschichte)


war mein großvater väterlicherseits... welch ein kontrast zum anderen: mitbegründer des christlichen lehrervereins, erzkonservative familie ... gestorben, als die kinder noch sehr klein waren ... mein vater (Ernst, 4 oder 5 jahre alt), seine kleine schwester, (Trude, 1 oder 2 jahre jünger), seine halbschwester (Maidy, aus erster ehe des großvaters, 12 jahre alt) ... seine frau, meine großmutter, hatte es in der zwischenkriegszeit nicht leicht als alleinerziehende frau mit drei kindern ... dennoch: alle drei kinder erlernten den beruf, den ich auch habe und den ein arzt einmal als "Diagnose" bezeichnet hat ... irgendwie hat er sicher recht ...
Nun, meine mutter hatte den wahnsinnsmut in diese familie hineinzuheiraten, eine kommunistin mit einem vater, der in Dachau ... s.o. Sie war natürlich nicht willkommen und wurde zu tode gemobbt, mit 63 jahren starb sie an krebs ... Ich habe das pech, nicht das "familiengesicht" geerbt zu haben, meine schwester schon. So wurde meine schwester von der meschpoche akzeptiert, ich aber nicht, denn ich sehe aus wie ein klon meiner mutter. Tante Trude konnte mir nicht einmal die hand geben, als es sich einmal nicht vermeiden ließ, hat sie sie direkt weggeworfen wie ein stück dreck, gerade daß sie sich nicht die finger abgewischt hat... naja, es lebe der antisemitismus, meine großmutter hat sich noch im altersheim geweigert, einer jüdischen zimmergenossin "prosit neujahr" zu wünschen: "sie muß MIR wünschen, denn sie ist jüdin...") das ist auch eine art, zeitgeschichte zu erleben ... so habe ich eine ziemlich große familie, ohne familiäre kontakte zu haben. Irgendwie paradox. Wie sieht nun das so tolle familiengesicht eigentlich aus, mit dem ich es in der familie um einiges schöner gehabt hätte? Nun, es ist ein ovales, dickliches blasses, gelbliches gesicht, das eher leicht braun wird an der sonne, schwarzes haar, braune augen (die meines vaters waren goldbraun), meine schwester war früher ein "schneewittchentyp" mit ihren grauen augen und dem gelblichweissen teint und dem langen, glatten schwarzen haar, das sie nicht mochte, weil ihr locken lieber gewesen wären..., die habe aber ich...ätsch. Heute ist sie brünett, kurzhaarig und ordentlich rund, wie es sich für eine angehörige der familie gehört... familienkontakte pflegt sie aber auch nicht...

1 Kommentar:

waldviertelleben hat gesagt…

hallo,
ich hab bei dir gelesen, gefällt mir gut.
grüsse aus dem waldviertel
ingrid